Die Wandse

... ist eine Schmelzwasserrinne der letzten Eiszeit. Die Quellen des etwa 20 Kilometer langen Flüsschens liegen bei Siek und bilden westlich des Dorfes zusammen einen schmalen Bach. Er fließt westwärts in Richtung Hamburg durch ländliches Gebiet und erreicht dabei das Naturschutzgebiet Höltigbaum. Die Wandse nimmt bis dahin mehrere Nebenbäche auf. Ihr Einzugsgebiet umfasst insgesamt etwa 88 Quadratkilometer und hat allein im Gebiet des Bezirks Wandsbek eine Höhendifferenz von fast 30 Metern. Ab Rahlstedt durchfließt die Wandse bebautes Gebiet und am Pulverhofteich beginnend mehrere Staustufen, die im Mittelalter zum Betrieb von Mühlen, die einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor darstellten, angelegt worden sind. Sie sind auch im Eichtalpark, an der Holzmühlenstraße, am Bahnhof Friedrichsberg und in Hohenfelde an der St. Gertrudkirche erhalten geblieben.

 

Der Bachname Wandse ist erstmals 1821 nachweisbar. Bis dahin wurde der Fluss mit Bek oder Mühlenbek bezeichnet. Seit 1856 setzte sich dann die Bezeichnung Wandse für den Lauf im Gutsbereich Wandsbek durch und hat sich später auch auf den Oberlauf übertragen. In Rahlstedt wurde und wird der Bach insbesondere von länger ansässigen Mitbürgern Rahlau genannt. Das führt oft zu Verwechslungen mit dem Wandsezufluss aus Tonndorf, der den gleichen Namen trägt. Von der alten Grenze zu Hamburg an heißt der Fluss Eilbek, bzw. von der Friedrichsberger Straße Eilbekkanal. Nach dem Durchfließen des Kuhmühlenteichs ist der offizielle Name bis zur Mündung in die Alster Mundsburger Kanal.

 

Von der Alster her begleiten den Fluss Wanderwege, die stets wechselnde Ausblicke auf das Gewässer gewähren. So führt diese Route immer entlang des Wasserlaufs der Wandse vom geographischen Mittelpunkt Hamburgs, der am Kuhmühlenteich liegen soll, weit hinaus an den östlichen Rand des Bezirkes bis ins Stellmoorer Tunneltal. Der Bach ist eingebettet in eine einzigartige, grüne Landschaftsachse mit mal engen, mal parkartig ausgedehnten Grünräumen, mit Auenwiesen, den alten Mühlenteichen und der rahmenden Kulisse eines unterschiedlichen Baumbestandes. Neben den Gehölzen in Marienthal ist der Wandsewanderweg die bedeutendste Grünanlage für Erholung suchende Bürger im Osten der Hansestadt. Die abwechslungsreichsten Partien der langen Strecke bietet der Eichtalpark, der um 1830 durch den Lederfabrikanten Luetkens, der hier seinen Sommersitz hatte, angelegt worden ist. Besondere Anziehungspunkte sind in diesem Bereich der große Kinderspielplatz sowie der über Wandsbek hinaus bekannte Botanische Sondergarten, der 1923 als Schulgarten gegründet wurde.

 

Helmuth Fricke †

Wandsewanderwegkonzerte, Projekt-Ansprechpartner: Andreas Fabienke, E-Mail:  

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